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 Kompetenznetz Vorhofflimmern Ruhr

Elisabeth-Krankenhaus Essen
Kompetenznetz Vorhofflimmern Ruhr
Klara-Kopp-Weg 1
D-45138 Essen
Fon +49(0)201 897-3200
Fax +49(0)201 897-3279

Kompetenznetz Vorhofflimmern Ruhr

Innerhalb der Kardiologie setzt man heute zunehmend auf die Bündelung von Know-how in speziellen Kompetenzzentren, die sich gezielt einem Behandlungskomplex widmen. So auch im Contilia Herz- und Gefäßzentrum, wo unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Heinrich Wieneke und in Kooperation mit dem St. Marien-Hospital Mülheim und dem St. Josef-Krankenhaus Essen-Kupferdreh im März 2010 das Kompetenznetz Vorhofflimmern Ruhr als Teil der Elektrophysiologie ins Leben gerufen wurde. Gemeinsam mit Dr. Bülent Köktürk bietet das Team seither eine Versorgung auf höchstem Niveau für Patienten mit dieser häufigen Form der Herzrhythmusstörung.
 
Etwa fünf Prozent der Menschen über 70 Jahre leiden unter Vorhofflimmern – die Erkrankung ist einer der häufigsten Gründe für Arztbesuche und ambulante Krankenhausaufenthalte. „In einer immer älter werdenden Gesellschaft wird die Zahl der Betroffenen weiter steigen. Um der Versorgung dieser wachsenden Patientengruppe gerecht zu werden, wurden in den letzten Jahren neue Therapieoptionen und Behandlungsrichtlinien entwickelt, die nun Einzug in die Praxis halten. Im Vordergrund steht dabei die sogenannte Pulmonalvenenisolation, ein technisch nicht ganz einfacher Eingriff, der ein besonderes Maß an Erfahrung erfordert und sicherlich nicht zum Standardrepertoire gehört“, erklärt Wieneke die Notwendigkeit der Kompetenzbündelung. Und Köktürk ergänzt: „Anspruchsvolle Interventionen wie diese erfordern eine gewisse Anzahl von Eingriffen, die regelmäßig durchgeführt werden, um die Qualität der Behandlung zu garantieren und zu steigern.“
 
Bei der Pulmonalvenenisolation werden elektrische Impulse aus den Lungenvenen, die für das Vorhofflimmern verantwortlich sind, isoliert, um so ein weiteres Ausbreiten der Impulse zu verhindern. Hierzu muss der Katheter mit sicherer Hand zum Übergang zwischen linkem Vorhof und Lungenvene geführt werden, um diese dann zu abladieren, also zu veröden. Damit der Kardiologe sein Ziel exakt erfasst, wird mithilfe des sogenannten 3-D-Mapping-Verfahrens eine virtuelle Landkarte des Vorhofs erstellt, die während des Eingriffs auf den Monitoren im Elektrophysiologielabor sichtbar ist. „Bei dem 3-D-Mapping-Verfahren handelt es sich um eine Rekonstruktion des Herzens, die am Computer errechnet wird und die uns eine räumliche Ansicht aus jeder erdenklichen Perspektive ermöglicht“, beschreibt Heinrich Wieneke die innovative Technik.
 
Seit August 2010 wurden innerhalb von etwa einem halben Jahr auf diese Art und Weise bereits über 50 Patienten erfolgreich im Contilia Herz- und Gefäßzentrum therapiert, im Folgejahr rechnen die Kardiologen mit etwa 150 Eingriffen. „Im Gegensatz zur medikamentösen Therapie, die das Krankheitsbild nicht beheben, sondern lediglich kontrollieren kann, erzielt die Pulmonalvenenisolation in 70 Prozent der Fälle eine dauerhafte Heilung“, erläutert Köktürk. Allerdings eignet sich das Verfahren nur für Menschen, die erst seit Kurzem und nur phasenweise unter Vorhofflimmern leiden. Besteht die Erkrankung schon lange und permanent, sind Medikamente zur Blutverdünnung derzeit die einzige Therapieoption.
 
„Auch wenn die Erkrankung selbst nicht lebensbedrohlich ist, ist eine Therapie in jedem Fall notwendig, da die Folgeschäden – allen voran der Schlaganfall – gravierend sind. Welche Vorgehensweise für welchen Patienten die richtige ist, wird individuell entschieden. Empfehlungen hierzu liefern die entsprechenden Leitlinien, die den aktuellen Stand der Wissenschaft widerspiegeln. Auch hier ist das Kompetenzzentrum von Vorteil, weil es uns die Möglichkeit bietet, konsequent auf dem neuesten Stand zu sein und den Patienten so stets eine leitlinienkonforme State-of-the-art-Therapie zu ermöglichen“, schließt Dr. Wieneke.

Informationen zum Herunterladen

Den Flyer "Sprechstunde Vorhofflimmern" mit weiteren wissenswerten Informationen für Patienten können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.